Phobischer Schwankschwindel

Visueller Schwankschwindel

Der phobische Schwankschwindel ist eine Unterform des funktionellen/ somatoformen Schwindels, was so viel bedeutet, dass es keine ausreichende organische Erklärung für die Art und das Ausmaß des Schwindels gibt. Die Tests beim Arzt sind also bis auf Ausnahmen komplett unauffällig, weswegen Patienten häufig einfach wieder nach Hause geschickt werden.

Da der Schwindel trotzdem noch da ist, obwohl nichts gefunden wurde, suchen Patienten mit phobischen Schwankschwindel meist über mehrere Jahre einen Arzt nach dem anderen auf, ohne eine Diagnose gestellt oder die Ursache des Schwindels erklärt zu bekommen. Dies führt unter anderem dazu, dass sich die Patienten nicht ernst genommen fühlen, stark verunsichert sind und sich häufig privat und beruflich extrem zurückziehen.

Seit Kurzem wird diese Form des Schwindels international mit dem Namen „persistierender, wahrgenommener Schwankschwindel“ (PPPD für persistent perceived postural dizziness) bezeichnet.

Wie äußert sich ein phobischer Schwankschwindel?

Wie der Name schon sagt, klagen die Betroffenen über einen Schwankschwindel und/ oder ein Benommenheitsgefühl mit einer Gang- und Standunsicherheit, die für den Betrachter nicht erkennbar sind. Der Schwindel und die Angst zu stürzen können sich attackenartig maximal verstärken. Die Attacken treten meist in bestimmten Situationen wie in Menschenmengen, beim Durchqueren einer U-Bahn-Station oder eines Supermarktes auf, so dass die Betroffenen diese Situationen zunehmend meiden.

Wie kommt es zu einem phobischen Schwankschwindel?

Häufig entsteht der phobische Schwankschwindel als Folge einer organisch vestibulären Erkrankung (z.B. nach einem gutartigen Lagerungsschwindel) oder einer extremen psychosozialen Belastung (z.B. Tod eines Angehörigen, Trennung etc.). Er tritt vor allem bei jüngeren Patienten zwischen 20 und 50 Jahren auf. Ganz vereinfacht gesagt, entsteht der phobische Schwindel dadurch, dass das Gehirn Bewegungserfahrungen z.B. während der Vorerkrankung gespeichert hat und diese nun mit der Information über die aktuelle Bewegung aufeinander treffen. Diese beiden Informationen stimmen nicht überein und das Gehirn ist verwirrt und schickt falsche Befehle an die Muskulatur.

Was kann ich dagegen tun?

Zunächst sollten Sie die Diagnose von einem Spezialisten absichern lassen, so dass Sie sicher sein können, dass nichts anderes den Schwindel auslöst.

Eine genaue Aufklärung durch den Arzt über die Schwindelentstehung und der Hinweis zu versuchen, Schwindel auslösende Situationen nicht mehr zu meiden, sondern schrittweise aufzusuchen, hilft oftmals schon den Schwindel zu vermindern. Ansonsten kann mit einer Kombination aus Verhaltenstherapie und Antidepressiva gute Erfolge erzielt werden. Noch nicht näher geklärt ist, wie weit Physiotherapie bei diesem Krankheitsbild helfen kann. So verschreiben auch die einen Ärzte anspruchsvolles Gleichgewichtstraining, wohingegen die anderen Ärzte die Betroffenen komplett weg von der bewussten Gleichgewichtssteuerung haben wollen und zu leichtem Ausdauersport raten.